Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Zeiten ändern sich, das merkt man ganz intensiv an diesem Buch. Es beginnt schon mit der Jugendsprache von damals. Wann habt ihr denn das letzte mal von jemanden gehört er gehe in die Disko zum abhotten? Ganz lange her, nicht wahr? Mindestens ebenso in die Vergangenheit verabschiedet hat sich die mediale Aufmerksamkeit von den Drogenopfern. Als ich das Buch gelesen habe kam es mir wieder in Erinnerung, dass anfangs der 90er noch regelmäßig von Drogentoten in den Tageszeitungen berichtet wurde. Eigentlich ein klarer Beleg, dass der Kampf gegen die Drogen verloren ist wenn man die Drogenopfer als alltäglich hinnimmt und heute nicht mehr darüber berichtet.
Jetzt habe ich gar nichts zum Buch gesagt, die älteren unter euch werden es als typische Schulliteratur der 90er Jahre sicher noch kennen die jüngeren müssen diese Zeitzeugnis halt mal selbst lesen. Literarisch sicher nicht unbedingt herausragend1 , aber dennoch eine höchst interessante Zeitreise und vor allem ein beeindruckendes Zeugnis was für eine Scheiße ne Sucht ist. Zumal es beim 12. Entzugsversuch doch ziemlich langweilig wird wie das Mädel doch Scheiße baut und ganz naiv wieder rückfällig wird. Wenn man den Medienberichten glaubt ist sie auch zumindest bis zum Jahr 2008 nicht vom Dreck heruntergekommen.
- ich bin nun mal kein Freund von autobiographischen Bücher die im nachhinein mit einer allesüberblickenden Erkenntnis geschrieben werden [↩]

