Juni 28th, 2006
Die fußballfreie Zeit habe ich mal genutzt um wieder einen Film zu schauen. Über Sophie Scholl hatte ich schon sehr viele sehr positive Kritiken gehört und war sehr gespannt ihn endlich mal zu sehen. Und obwohl ich schon sehr hohe Erwartungen an den Film hatte worden diese noch bei weitem übertroffen.
Um ehrlich zu sein wußte ich zwar etwas mit dem Namen Sophie Scholl anzufangen, aber die eigentliche Geschichte hinter den Geschwistern Scholl bzw. der Weißen Rose war mir doch eher fremd. Auch wenn der Film ihre Geschichte erzählt so hält er sich nicht damit auf jedes historische Detail wie in einer Guido Knopp-Doku zu vermitteln, sondern zeigt das Schicksal der Personen, insbesondere Sophie, auf. Der Film beginnt damit zu zeigen, dass sie ein normale Jugendliche ist. Kurze Zeit später erlebt man mit wie sie mit ihrem Bruder illegal Flugblätter verteilt. Obwohl man weiß wie es ausgeht zittert man bereits zu diesem Zeitpunkt mit, ob sie nicht vielleicht doch noch ungestarft davonkommt. In der folgenden Gefangenschaft bekommt man hautnah die Entwicklung mit von der Hoffnung sich mit der geplanter Ausrede herauszureden, bis sie immer mehr realisiert dass sie die Verantwortung nicht mehr leugnen kann. Dieses schlägt irgendwann dazu über, dass sie wie ihr Bruder offen für ihre Überzeugungen einsteht und endet mit ihrer Verabschiedung aus dem Leben. Den ganzen FIlm über merkt man ihr an, dass es ihr Leid tut gefasst zu sein aber auch den Stolz etwas getan zu haben.
Der Film lebt weniger von der Geschichte die er erzählt, sondern von der Art uns Weise wie er sie erzählt. Er zeigt die damalige Zeit nicht wie Historiker sie heute erzählen, sondern wie die Menschen sie damals empfunden haben. Die Angst entdeckt zu werden, der Zwang zur Staatstreue, wie anders die staatliche Macht damals war, … . Er tut das in starken Dialogen und Bildern. Und deshalb leidet und kämpft man mit der gefangen Sophie jede Minute dieses Filmes mit, genauso wie man sich mit ihr über jeden Sonnenstrahl der zum Fenstern hineinkommt freut.
Der Film geht unglaublich nahe und regt sicher viele Zuschauer an sich intensiver mit der damaligen Zeit aber auch mit Verantwortung des einzelnen Auseinanderzusetzen und ist ein Denkanstoss in viele Richtungen.