Glühweinjunkies

Mehr Schein als Sein

Mai 30th, 2010

Auch der gute Onkel flash hat gestern Abend fleißig den Grand Prix gezeigt und auch ihm ist gestern Abend beim Voting die Kinnlade runtergefallen. Respekt, aber da da eh jeder drüber schreibt lasse ich das Thema Musik damit bewenden anzumerken das mir der Ukrainische Beitrag gefallen hat.
Was mich an dem Wettbewerb etwas enttäuscht hat war, dass es immer weniger aufpoliertes Hochglanzereignis ist als eine Wettbewerb mit skurrilen Ausreißen. Keine Frage Musikalisch waren bis auf 2, 3 kleine Ausreißer (Serbien, Spanien) nur würdige Songs dabei. In dem Sinne war es absolut gelungene Unterhaltung. Aber ein wenig fehlen mir dann halt doch die Nummern wie der diesjährige holländische Beitrag, der zwar keine Siegchancen hätte aber so auffällt, dass man am nächsten Tag darüber redet.
Noch viel schlimmer fand ich aber den “Flashmob” des Eurovision-Dances. Gab es außer neben Hamburg eigentlich noch andere Einspieler, die live waren? Das war doch sehr gestellt. Noch lustiger war allerdings gleich am Anfang als der Flashmob in der ESC-Halle gezeigt wurde. Erst hat der Securitytyp beim Einmarsch von einfach alle die ein paar Zentimeter im Gang standen zur Seite gedrückt, obwohl der Gang noch breit genug war. Dann etwas als gerade die als Publikum verkleideten Tänzer ihre Choreographie aufführten konnte man den Securitytypen nochmal sehen wie er jemanden der im Gang begeistert mit tanzte auch recht rabiat entfernte. Tolle Wurst, erst ganz groß ankündigen: Jeder soll mitmachen! und dann in aller Öffentlichkeit das Gegenteil beweisen. Bin ich froh, dass sich zumindest unsere ARD nicht an dem Thema beteiligt hat.
Mindestens ebenso hinterfragenswürdig fand ich die Blicke in die Wohnzimmer der “Familien” der Teilnehmer. Erst macht Lena ein Fass aus der Frage, wie die Familie mitfeiere und dann gab es eine vom Moderator geschickt unkommentierte gelassene Einspielung aus einem Deutschen Wohnzimmer. In allen Länder wurde das als Blick zu den Familien der Teilnehmer angekündigt.
Schön, dass zumindest Lena am Ende noch die Show gesprengt hat und einfach. Beim zweiten Auftritt die “Choreographie” zugunsten des Genuss des Augenblicks “vergessen” hat, am Ende sprachlich auf deutsch umgestellt hatte und die Show mit den Worten Ich weiß nicht wo ich jetzt hinsoll, ich quatsche einfach nochmal nen bisschen beendete. Das war genau das was den Wettbewerb so interessant macht, und nicht die Musik.

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Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Mai 9th, 2010

Zeiten ändern sich, das merkt man ganz intensiv an diesem Buch. Es beginnt schon mit der Jugendsprache von damals. Wann habt ihr denn das letzte mal von jemanden gehört er gehe in die Disko zum abhotten? Ganz lange her, nicht wahr? Mindestens ebenso in die Vergangenheit verabschiedet hat sich die mediale Aufmerksamkeit von den Drogenopfern. Als ich das Buch gelesen habe kam es mir wieder in Erinnerung, dass anfangs der 90er noch regelmäßig von Drogentoten in den Tageszeitungen berichtet wurde. Eigentlich ein klarer Beleg, dass der Kampf gegen die Drogen verloren ist wenn man die Drogenopfer als alltäglich hinnimmt und heute nicht mehr darüber berichtet.
Jetzt habe ich gar nichts zum Buch gesagt, die älteren unter euch werden es als typische Schulliteratur der 90er Jahre sicher noch kennen die jüngeren müssen diese Zeitzeugnis halt mal selbst lesen. Literarisch sicher nicht unbedingt herausragend1 , aber dennoch eine höchst interessante Zeitreise und vor allem ein beeindruckendes Zeugnis was für eine Scheiße ne Sucht ist. Zumal es beim 12. Entzugsversuch doch ziemlich langweilig wird wie das Mädel doch Scheiße baut und ganz naiv wieder rückfällig wird. Wenn man den Medienberichten glaubt ist sie auch zumindest bis zum Jahr 2008 nicht vom Dreck heruntergekommen.

  1. ich bin nun mal kein Freund von autobiographischen Bücher die im nachhinein mit einer allesüberblickenden Erkenntnis geschrieben werden []
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Akustikrausch – Ohrbassmus

Mai 8th, 2010

Als Blogger, der zumindest früher mal einige Reichweite hatte, wird man auch auf diverse Informationsmailingliste gesetzt. Auch wenn ich mir selten die Mails durchlese ist das durchaus Legitim. Heute hatte es mich dann doch mal gereizt zu wissen, was sich hinter einen Ohrbassmus versteckt. Ich habe da so eine Art Pornorap erwartet, und zumindest textlich wurde ich da nicht enttäuscht. Der Text ist halt genretypisch so schlecht, dass er schon wieder gut ist, zumindest ein wenig. Positiver war ich dann schon von der elektronischen Musik im Hintergrund überrascht, die kann man sich zumindest mal anhören. Zwar auch keine wirklich Kaufempfehlung, aber zumindest kann mal mal reinhören.

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Deine Jugend – Deine Maske

April 18th, 2010

So jetzt muss ich mal ganz kurz meine Blogpause unterbrechen, da ich mir sonst in den Arsch beißen muss erneut zu vergessen haben dieses Lied zu bloggen. Denn bereits kurz vor Ostern war ich auf Deine Jugend aufmerksam geworden und wollte unbedingt über dieses Leid schreiben, da nur ganz selten ein Lied es schaffte meine Hörnerven so perfekt zu streicheln. Aber zum Glück hört man sich ja immer zwei mal und ich wurde heute noch einmal daran erinnert euch dieses Liedchen zu präsentieren. Puh, nochmal Glück gehabt.

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Ingo Schulze – 33 Augenblicke des Glücks

März 14th, 2010

In der letzten WOche habe ich mich durch insgesamt 6 Bücher “durchgearbeitet”. Wobei bei 33 Augenblicke des Glücks das Wort Arbeit nicht unbedingt das passende Wort ist, denn die zufälligerweise :-) 33 Kurzgeschichten aus dem postkommunistischem St. Peterburg wussten durchaus zu unterhalten und zu fesseln. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Geschichte einer Zeitungsredaktion die so sehr zum Team zusammenwuchs, dass es mehr Familie als arbeit war und die spektakuläre Schießerei in einer Disko.

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Eurovision 2010: Jon Lilygreen & The Islanders – Life looks better in spring (Zypern)

März 14th, 2010

Zypern ist Grand Prix-mäßig gesehen eine echte Wundertüte. Eigentlich nur eine kleine Insel im Mittelmeer, aber trotzdem Zaubern die immer wieder geniale Musiker aus dem Hut. Auch dieses Jahr weiß der zypriotische Beitrag zu gefallen. Ein John Mayor-Typ an der Gitarre mit einem Lied das erst nach Songwritermucke klingt es dann aber trotzdem schafft einen eingängigen Refrain einzubauen. Das geht ins Ohr. Für mich ein sicherer Kandidat für die Top10. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass dieses Lied unsere Lena hinter sich lassen wird und sogar um den Sieg mitkämpfen kann. Hält jemand dagegen?

Live

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Revolverheld – Spinner

März 14th, 2010

Na endlich mag man sagen. Nachdem Revolverheld mir Hits wie Generation Rock und Mit dir Chillen in Sturm mein Herz erobern konnte, haben mich die nachfolgenden Singles dann eher peripher tangiert. Erst die Spinner konnten sich wieder einen Platz in meinem Herz erobern. Neben der unheimlich sympatischen Stimme das Sängers gefällt mir einfach, dass eine Geschichte erzählt wird, welcher man mit Begeisterung lauscht.

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Virginia Woolf – Mrs. Dalloway

März 13th, 2010

Gefeierte Hochkultur ist für mich nicht unbedingt eine Garantie für literarischen Genuss. Das Werk von Mrs. Dalloway ist ein gutes Beispiel dafür. Während anderen angekreidet wird ohne Punkt und Komma zu schreiben, muss ich genau das Gegenteil Virginia Woolf verwerfen. Ohne es gezählt zu haben, gehe ich fest davon aus, dass das Komma da mit Abstand meistverwendete Zeichen des Gesamten Buches ist. In der Folge gibt es so viele Schachtelsätze, dass der Lesefluss komplett zum erliegen kommt.

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Eurovision 2010: Lena Meyer-Landrut – Satellite (Deutschland)

März 12th, 2010

Das ist also unser Lied für Oslo. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir wieder Mal nicht den optimalen Beitrag erwischt haben. Nicht, dass ich Lenaa in ihrer tschirneresken Art nicht dufte finde, aber ich kann mich mit dem Lied als solchen rein gar nicht abfinden. Mir hatte das Love Me um Klassen besser gefallen, seltsamerweise sah es die Mehrheit der Zuseher anders. Und irgendwie konnte ich mir bei der Bekanntgabe von Lenas Lied nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass sie selber mit dem Resultat nicht ganz glücklich war. In der Finalrunde fand ich ehrlich gesagt Jennifer um einiges besser, da Lied und Künstlerin ein wirklich rundes Paket bildeten. Leider war für meinen Geschmack beim entscheidenden Auftritt das Mikro zu leise eingestellt. Egal es sollte nicht sein, am Ende hat sich Lena Annie-Friesinger-like knapp als erste über die Ziellinie geschoben. Hoffen wir mal das Lied bis zum Finale noch etwas gepimpt wird und die Künstlerin eins mit ihm wird.
Richtig sympatisch fand ich übrigens, dass endlich mal eine Künstlerin durch den Sieg mal sowas von neben der Spur war, dass das Lied danach komplett verhuntzt war. So muss es sein.

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Louis Begley – Lügen in Zeiten des Krieges

März 12th, 2010

Wäre die Handlung des Buches nicht so schockierend würde ich jetzt vollkommen euphorisch Was ein geiles Buch ausrufen. Hätte ich nicht Essen zu mir nehmen und ausscheiden müssen hätte ich die 187 Seiten heute ohne irgendeine Pause durchgelesen. Der Autor erzählt, beeinflusst von seiner eigenen Biographie, die Geschichte eines jüdischen Jungen der 1933 in gut behütete Verhältnisse in Polen geboren wurde und der zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges aus seiner heilen Welt gerissen wird. Als einzige Konstante im Leben stellt sich seine bis dahin recht distanzierte Tante dar, alles andere verliert er im Laufe der Zeit. Das Schicksal lässt ihn weder Vater, Großeltern, ja noch nicht mal seine eigene Identität bleibt ihm Erhalten. Denn während der Flucht vor der Verfolgung müssen der Junge und seine Tante eine andere arische Identität annehme und alle Brücken abbrechen.
Ein absolut bewegendes Drama, welches dem geneigten Leser beim die Grausamkeit der Geschichte eindrucksvoll vor Augen führt. Unglaublich wie sich beim bloßen Lesen der Schilderung der unmenschlichen Säuberung Warschaus der Magen umdrehen kann. Das Bild welches mir wohl am meisten im Kopf blieb war die Schilderung, wie eine Frau mit Baby aus einer Menschenkette zur Deportation nach Auschwitz zwecks Vergewaltigung herausgezogen wird. Als sie dann einen Soldaten um Gnade anbettelt entreißt dieser der Frau ihr Baby und wirft dieses anschließend durch einen geöffneten Gully in die kaltblütig Kanalisation. Man kann nicht glauben, dass so etwas wirklich geschehen ist, aber gleichzeitig hat man keinen Zweifel, dass dieses nicht die abstruse Idee eines Autors ist.

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